Bericht: Demostration ” Für eine Welt in der niemand fliehen muss- Zeit zu handeln!”

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Heute am 07. Dezember haben wir unsere Kämpfe für eine solidarische Zukunft, ohne Krieg, Umweltzerstörung und Flucht vereint. Ein breites Bündnis, bestehend aus Klimagruppen, Antikriegsgruppen, Gewerkschaften und flüchtlingssolidarischen Initiativen habe unter dem Motto„ Für eine Welt in der niemand fliehen muss – Zeit zu Handeln“, in der Stuttgarter Innenstadt demonstriert. An der Demonstration beteiligten sich etwa 1000 Menschen. Trotz des verregneten Wetters ließen sich die DemonstrantInnen die Stimmung nicht vermiesen und sorgten mit lautstarken Parolen für eine kämpferische Stimmung.

Bei der Auftakt-Kundgebung wurden wir musikalisch von der Ska Band „No Sports“ begrüßt. Anschließend ging Dariush, Kapitän des Seenotrettungsschiffs Iuventa, auf die katastrophale Situation an den Außengrenzen der EU ein, deren Aufrüstung maßgeblich von Deutschland vorangetrieben wird. Den Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Fluchtursachen verdeutlichte die Rede eines Vertreters des Antikapitalistischen Blocks. Um die gesellschaftlichen Zustände, die für Flucht und Krieg sorgen, zu ändern wurde Organisierung als Notwendigkeit benannt. Zudem wurde Bezug auf die aktuellen Kämpfe in Chile, Bolivien, Irak etc. genommen, um aufzuzeigen, wie Widerstand gegen den Kapitalismus aussehen kann.

Als der Demozug an dem neuen Schloss vorbeizog wurden Kreuze in der Wiese hinterlassen. Sie stehen für die tausenden Toten, die durch deutsche Außenpolitik im Krieg oder auf der Flucht gestorben sind. Um die Aktion, für die vielen BesucherInnen des Stuttgarter Weihnachtsmarktes sichtbar zu machen, wurde ein g

roßes Hochtransparent mit der Aufschrift „Deutsche Waffen, Deutsches Geld morden mit in aller Welt – Fluchtursachen bekämpfen“ aufgespannt. Darauf folgt eine Rede von Ende Gelände, in der Umweltzerstörung als Fluchtursachen thematisiert wurde. Umweltzerstörung bedeutet für viele Menschen den Verlust der Lebensgrundlage und zwingt somit Menschen zur Flucht.

Im weiteren Verlauf der Demonstration wurde im antikapitalistischen Block mehrfach Pyrotechnik gezündet und Konfetti Kanonen abgeschossen. Das sorgte für einen kämpferischen und entschlossenen Ausdruck auf der Demo. Einige DemonstrantInnen griffen selbstbestimmt zur Sprühdose und hinterließen Parolen auf der Demoroute.

Kurz vor der Abschlusskundgebung wurde eine Deutsche Bank Filiale mit Flatterband abgesperrt und mit Schildern markiert. Sie machten darauf Aufmerksam, dass die Deutsche Bank mit ihren Geschäften an Kriegen und Umweltzerstörung mitverdient und somit Profiteur von Fluchtursachen ist.

Angekommen am Rotebühlplatz spannten AktivistiInnen ein Transparent mit der Aufschrift: „System der Krisen“ auf. Symbolisch wurde das „System der Krisen“ abgebrannt und ging in Flammen auf. Darunter kam ein weiteres Transparent mit der Aufschrift: „Widerstand weltweit“ zum Vorschein. Damit solidarisierten sie sich mit den aktuellen internationalen Kämpfen, die sich gegen den zerstörerischen Kapitalismus richten.

Auf der Anschlusskundgebung erzählte der Arzt Michael Wilk von seinen Erfahrungen von den Krankenhäuserrn in Rojava (Nordsyrien). Die Bevölkerung ist dort trotz Waffenstillstand Bombardierungen und Angriffen der türkischen Armee ausgesetzt. Am Ende ging Tobias Pflüger, Mitglied des Bundestags für die LINKE, darauf ein, wie der deutsche Imperialismus mittels Kriegen und Ausbeutung Menschen in die Flucht zwingt und mit Diktaturen, wie der Türkei zusammenarbeitet.

Ein letztes High light setzten chilenische Aktivistinnen mit einem Tanz aus der Chilenischen Protestbewegung, der nach den massiven Protesten in Chile um die Welt ging. Er richtet sich gegen sexualisierte Gewalt an Frauen und benennt den chilenischen Staat als mitschuldigen.

Dieses Jahr konnten wir erfolgreich an die Demonstrationen in den letzten Jahren anschließen und unseren Protest für eine Welt, in der niemand fliehen muss, auf die Straße tragen und verschiedene Kämpfe verbinden. Klar ist: Wir müssen weiterhin aktiv bleiben und uns vernetzen, um für eine solidarische Zukunft zu kämpfen.

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